Recall Summary
Concise summary
Metaphysik und die kritische Philosophie
- Die Metaphysik hat eine sehr bewegte Geschichte und kann als allgemeine Ontologie, die Lehre vom Seienden als Seienden, verstanden werden [(00:00:26)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=26s).
- Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelten sich zwei konkurrierende Lager: der Rationalismus und der Empirismus, wobei der Rationalismus dem Denken das Primat gibt und der Empirismus sagt, dass alle Erkenntnis nur über die Sinneswahrnehmung funktionieren kann [(00:02:28)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=148s).
- Kant will diese beiden Positionen in seiner kritischen Philosophie, der Transzendentalphilosophie, zusammenführen und gibt dem Empirismus Recht, soweit er gegen den Rationalismus argumentiert, dass die rationale, erfahrungserkenntnisunabhängige Erkenntnis der absoluten Realität unmöglich sei [(00:07:28)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=448s).
- Die rationalistische Metaphysik soll transformiert werden, um sie gegen die Argumente des Empirismus zu immunisieren, indem sie aus der Schusslinie der empiristischen Argumente genommen wird [(00:09:44)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=584s).
Die kopernikanische Revolution als Analogie
- Kant möchte die rationalistische Metaphysik so verändern, dass sie immun gegen die Argumente des Empirismus ist, ohne die Empirie zu vernachlässigen [(00:10:31)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=631s).
- Die kopernikanische Revolution, die besagt, dass die Erde sich um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, wird als Beispiel für die Veränderung der Perspektive genannt, um die wahre Natur der Dinge zu verstehen, wobei die beobachtete Bewegung der Sonne als scheinbare Bewegung verstanden wird [(00:12:04)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=724s).
- Kopernikus entdeckte, dass die Bewegung der Sonne vom Beobachter in die Sonne hineingetragen wird, was ein wichtiger Punkt in der Geistesgeschichte ist [(00:19:10)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=1150s)
Die Formen der Anschauung und Denken
- Kant übernahm diesen Gedanken und sagte, dass in allen empirischen Phänomenen Aspekte finden, die von uns stammen, wie die Bewegung der Sonne, und nicht in den Phänomenen selber sind [(00:20:53)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=1253s)
- Kant unterschied zwischen der Anschauung und dem Denken, die beide Formen in die Phänomene reintragen, wie die Formen der Anschauung und die Kategorien, die Denkformen manifestieren [(00:21:40)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=1300s)
- Kant macht eine Analogie zwischen der Wahrnehmung von Farben und anderen Eigenschaften der Phänomene, wie Raum und Zeit, und argumentiert, dass diese Eigenschaften nicht objektiv sind, sondern von uns in die Phänomene hineingetragen werden [(00:27:07)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=1627s)
- Die Raumzeitlichkeit der Phänomene ist nach Kant etwas, was das menschliche Anschauungsvermögen in die Phänomene hineinträgt, und nicht eine objektive Eigenschaft der Gegenstände selbst [(00:29:38)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=1778s)
- Kant argumentiert auch, dass die Kausalität, die wir in den Phänomenen wahrnehmen, nicht eine objektive Eigenschaft der Phänomene ist, sondern etwas, was wir durch unser Denkvermögen in die Phänomene hineintragen [(00:31:44)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=1904s)
Die Transformation der Metaphysik
- Kant sagt, dass die Metaphysik eine Transformation erfahren muss, um zu überleben, und dass sie sich auf die Erscheinungen konzentrieren sollte, anstatt auf die absolute Realität [(00:36:02)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=2162s)
- Die traditionelle Metaphysik wird als nicht funktionierend angesehen, und Kant bietet eine Alternative, indem er eine Metaphysik der Erscheinungen vorschlägt, die sich auf die Erkenntnis der Erscheinungen konzentriert [(00:36:20)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=2180s)
- Kant argumentiert, dass die Erscheinungen durch die Anschauungsformen und Denkformen geprägt sind, und dass man deswegen einiges über sie a priori wissen kann, wie zum Beispiel die Kausalität, die in alle Erscheinungen eingebaut ist [(00:40:05)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=2405s)
- Kant macht eine metaphysische Erkenntnis a priori über Phänomene, indem er sagt, dass alles kausal miteinander verknüpft ist, weil wir es reingetragen haben, da die Phänomene so gebaut sind, dass wir Menschen mit Anschauungsvermögen und Verstand sie wahrnehmen [(00:44:19)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=2659s)
Die Konzentration auf Erscheinungen
- Die Metaphysik wird aus dem Schussfeld der Empirie genommen, und es wird gefragt, wie man die Metaphysik und das apriorische Denken über die Realität so zuschneiden kann, dass die empiristischen Gegenargumente nicht mehr greifen [(00:45:09)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=2709s)
- Kant sagt, dass wir die Erscheinung und nicht die absolute Realität untersuchen, und dass die Phänomene konstituiert sind durch die Anschauungsformen und die Denkformen, wodurch wir ohne Empirie bestimmte Eigenschaften aller Phänomene finden können [(00:45:47)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=2747s)
Die Rolle der Sprache in der Philosophie
- Die Sprache spielt in der antiken Philosophie und auch in der Phase bis zu Kant eine untergeordnete Rolle, im Gegensatz zu dem, was im 20. Jahrhundert passiert [(00:55:45)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=3345s)
Transzendentale Erkenntnis und Bedingungen der Erfahrung
- Kant nennt alle Erkenntnis transzendental, die sich nicht nur mit Gegenständen, sondern auch mit unserer Erkenntnisart von Gegenständen beschäftigt [(00:56:51)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=3411s)
- Die transzendentale Erkenntnis ist zugleich metaphysisch und erkenntnistheoretisch, da sie sich mit den Gegenständen und unserer Erkenntnisart von Gegenständen beschäftigt [(00:58:25)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=3505s)
- Kant sagt, dass wir apriorisch Dinge über die Gegenstände dieser Welt sagen, also die Erscheinungen, und das Kausalitätsprinzip gilt in der Welt der Erscheinungen, weil wir diese Kategorie der Kausalität in die Erscheinungen reingetragen haben [(01:01:49)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=3709s).
- Die Formel "Bedingung der Möglichkeit von Erfahrung" bezieht sich auf die notwendigen Bedingungen, die das erkennende Subjekt mitbringen muss, um überhaupt Erfahrung von empirischen Objekten machen zu können, und diese Bedingungen sind die Anschauungsformen und Denkformen [(01:02:43)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=3763s).
- Kant meint mit "Bedingung der Möglichkeit von Erfahrung" die originär subjektseitigen notwendigen Bedingungen, die das erkennende Subjekt mitbringen muss, um Erfahrung von Objektiven Dingen zu machen, und diese Bedingungen sind nicht einfach irgendwelche Bedingungen, sondern die notwendigen Ingredienzen, die die Erfahrung ermöglichen [(01:03:12)](https://www.youtube.com/watch?v=C3IVgMC8gfo&t=3792s).